Die Sauna Aufgüsse
Durch einen Aufguss wird die Haut stärker durchblutet, weil der Körper sich nicht mehr ausreichend durch das Verdunsten von Schweiß kühlen kann. Dadurch wird der Stoffwechsel der Haut angeregt: mehr Blut bedeutet mehr Sauerstoff und Nahrung, die Zellen können mehr Energie erzeugen und darum besser wachsen, alte und kaputte Zellen schneller ersetzen und mehr Dreck, der sich im Körper angesammelt hat, über den Schweiß ausscheiden.
Weil sich nun mehr Blut in den feinen Adern der Haut befindet muss das Herz kräftiger schlagen. Deswegen müssen Menschen mit Herzschäden - oder auch nur mit einem schlechten Tag oder nach einer durchzechten Nacht - die Aufgüsse meiden.
Um solche Vorfälle zu vermeiden wirst Du nicht einfach an den Ofen gehen und einen Aufguss machen, sondern zuerst fragen, ob alle Anwesenden einverstanden sind! Das ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit! Und falls Du selbst auf einer Bank sitzt und jemand nach einem Aufguss fragt, aber Du Dich dafür nicht fit fühlst, bittest Du um einen kleinen Moment Geduld und verlässt die Sauna.
Der normale Wasser-Aufguss
Neben jedem Saunaofen steht ein hölzerner Eimer mit einem Schöpflöffel - das ist alles, was Du brauchst, um den Effekt eines Saunaganges zu steigern. Ein oder zwei Kellen Wasser werden auf die heissen Steine, die auf dem Ofen liegen, geschüttet und verwandeln sich sofort zu einem Schwall heißen Wasserdampf, der sich an der Decke ausbreitet und dann nach unten absinkt. Die oberste, heißeste Bank wird zuerst (und am heftigsten) eingenebelt, dann folgen die unteren Bänke.
Durch den Aufguss scheint die Hitze in der Sauna schlagartig zuzunehmen. Eben war es "nur" heiß, jetzt wird es höllisch heiß. Du schwitzt schlagartig sehr viel kräftiger. Nach ein bis zwei Minuten nimmt der Raum dann wieder seine ursprüngliche Temperatur an. Während dieser Zeit solltest Du die Sauna nicht verlassen, weil sonst für alle Anderen die Wirkung schlagartig aufhört. Falls Du Dich für einen Aufguss nicht fit fühlst verlässt Du die Sauna vorher.
Übrigens wird in Wirklichkeit natürlich nicht der Raum heißer, sondern die sehr geringe Luftfeuchtigkeit in der Sauna wird erhöht. Dadurch verdunstet der Schweiß nicht mehr, und dadurch wird die Haut nicht mehr gekühlt. Das fühlt sich wie ein Hitzeschwall an.
Pfefferminze im Aufgusswasser
Sehr beliebt ist es, ein paar Tropfen Pfefferminzöl vor dem Aufguss in den Eimer zu geben. Das Menthol darin wirkt stark entspannend auf die Atemwege (zum Beispiel bei leichten Erkältungen), reizt aber alle anderen Schleimhäute, besonders die Augen.
Bevor Du irgendwelche Zusätze ins Wasser gibst musst Du unbedingt fragen, ob alle Anwesenden einverstanden sind. Denke bitte daran, dass auch Allergiker oder Asthmatiker in der Sauna sitzen könnten! Außerdem solltest Du darauf achten, dass Du stark duftende Zusätze nur in das letzte Wasser des Eimers geben solltest. Wenn Du nämlich nach dem Aufguss Wasser übrig behältst und es dann neben den Ofen stellst hast Du eine wunderbar dauerhafte Geruchsquelle geschaffen, die ziemlich unangenehm werden kann.
Eis auf die Haut legen
Wenn Du während eines Aufguss Eiswürfel - ganz normale aus dem Tiefkühlfach - auf die Haut reibst trainierst Du damit die Muskeln der Hautadern. Selbst in der Sauna dauert es ein paar Minuten, bis das Eis geschmolzen ist. Zeit genug, um es mal auszuprobieren - und einfach beiseite zu legen, wenn Du es nicht magst.
Alle Adern besitzen sehr feine Muskeln, mit denen die Menge an Blut gesteuert wird, die durch sie hindurch fließt. Durch die Hitze in der Sauna wird viel Blut in die Haut geleitet, um den Körper zu kühlen. Durch den Kältereiz des Eiswürfels wird aber der gegenteilige Effekt hervor gerufen: das Blut wird zu kalt, die feinen Muskeln verschließen die Adern und der Körper wird geschützt. Sobald Du das Eis wieder weg nimmst kommt die heiße Saunaluft an die Haut, die Adern öffnen sich wieder.
Wenn Du dieses Training - nichts anderes ist es! - bei mehreren Saunabesuchen machst können die Adern schneller auf veränderte Umweltreize reagieren. Mit anderen Worten: Du erkältest Dich nicht so leicht, wenn Du in den Regen kommst, weil die Adern die Körperwärme besser regulieren können und Du dadurch weniger anfällig gegen Viren und Bakterien bist.
Honig
Etwas ungewohnt ist der Honig-Aufguss. Dabei wird ganz normaler Honig direkt vor dem Aufguss mit einem Finger auf die Haut gerieben und etwas einmassiert. Nicht so viel, zwei bis drei Teelöffel reichen völlig. Dann folgt ein ganz normaler Aufguss ohne Zusätze im Wasser. Das Ganze hilft dem Stoffwechsel der Haut, wirkt dadurch gegen Hautunreinheiten, Pickel und sogar kleine Narben. Nach dem Aufguss solltest Du aber die Sauna umgehend in Richtung Dusche verlassen.
http://www.bblex.de/online/sauna/aufguss.php
05.09.2007. 11:38