Aralsee- Salzsee in Asien
Der Aralsee ist ein abflussloser, mittlerweile wegen Austrocknung in mehrere Teile zerfallener Salzsee in Asien. Er liegt innerhalb der Aral-Kaspi-Senke in einem Becken, dem Tiefland von Turan. Er gehört je zur Hälfte zu Kasachstan und Usbekistan. Aufgrund des kontinentalen Klimas herrschen Halbwüsten- und Wüstenklimate vor. Die seit ca. 1960 zunehmende Austrocknung des Sees stellt weltweit eine der größten, vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen dar.
Die Hauptzuflüsse sind die Flüsse Amudarja und Syrdarja. Da diesen Flüssen seit der Stalin-Ära (Beginn des intensiven Baumwollanbaus in Kasachstan und Usbekistan) viel Wasser für Bewässerung entnommen wird, sinkt der Wasserspiegel des Sees kontinuierlich stark, so dass der Aralsee möglicherweise in absehbarer Zeit nicht mehr existieren wird.
In den 1960er Jahren lag der Wasserspiegel noch bei etwa 53,4 m, seitdem ist er sehr stark, um ca. 23 m gesunken. Von 1960 bis 2004 ging Fläche des Sees um 78 % zurück, das Wasservolumen um 90 % und der Salzgehalt hat sich vervierfacht. Mit ursprünglich rund 68.000 km² war der Aralsee der viertgrößte Binnensee der Erde. Heute ist er durch Verlandung in zwei Hauptteile zerfallen, den südlichen Großen Aralsee und den nördlichen Kleinen Aralsee. 1990 wies der Große Aralsee noch eine Fläche von etwa 33.000 km² auf, der kleine etwa 3.000 km². Ein weiterer Teil des Sees im Südwesten hat sich allerdings vor 1960 als Aibugirsee abgetrennt.
Zwischen November 2000 und Juni 2001 ist die Wosroschdenije-Insel zur Halbinsel geworden. Sie war noch im 19. Jh. die drittgrößte Insel, gegen 1960 die zweitgrößte Insel des Aralsees. Die Insel Barsakelmes war vor 1960 die zweitgrößte und verlandete ca. 1995/96. Die im Norden gelegene Insel Kokaral, vor 1960 größte Insel, verlandete Ende der 1960er Jahre im Westteil und gegen Ende 1989 im Osten, was zur Teilung in Kleinen Aralsee und Großen Aralsee führte. Es ist damit zu rechnen, dass auch der Große Aralsee in naher Zukunft in einen westlichen, tiefen Teil und einen östlichen, flachen Teil zerfallen wird. Beide Teile haben schon jetzt eine nur noch wenige Kilometer breite Verbindung im Norden. Die noch 1960 am Ufer gelegenen Städte Aral (russ.: Aralsk) am Nordufer und Mujnak am Südufer liegen heute aufgrund der Verlandung jeweils mehr als 150 km entfernt von der Uferlinie.
Die jeweils aktuelle Größe des Aralsees ist abhängig von der Witterung und den Niederschlagsmengen. Daher variieren die zu verschiedenen Zeitpunkten erhobenen Messwerte zu seiner Flächenausdehnung und Tiefe erheblich. Infolgedessen weichen auch die diesbezüglichen Angaben in vielen Quellen deutlich voneinander ab.
Der Wasserspiegel sank im großen Aralsee im Sommer 2003 schneller als vorausgesagt. Die Oberfläche lag nur noch 30,5 Meter über dem Meeresspiegel bzw. über NN. Damit lag sie 3,5 Meter niedriger als in den frühen neunziger Jahren prognostiziert wurde. Das Wasser ist angeblich 2,4 mal so salzig wie das der Ozeane. In den tiefsten Bereichen des großen Aralsees ist das Wasser der unteren Schichten salziger und schwerer als das an der Oberfläche, es findet keine Vermischung statt. So wird nur das oberflächennahe Wasser des großen Aralsees im Sommer aufgeheizt und verdunstet deshalb schneller als erwartet. Nach den neuen Daten wird erwartet, dass der westliche Teil des großen Aralsees innerhalb von 15 Jahren verschwunden sein wird; der östliche Teil könnte überdauern, da der Amudarja dort mündet. Inzwischen plant die russische Regierung für den Sommer 2007 ein Bewässerungsprojekt, um die weitere Austrocknung des Prestigesymbols zu verhindern. Ähnlich wie in den Rocky Mountains in den USA soll Gletscherwasser aus den russischen Bergen per Pipeline den See mit einem stabilen Minimum füllen. Das Projekt, welches nach Expertenmeinung aus finanziellen Gründen frühestens im Winter 2011 gestartet werden kann, soll die russische Regierung bis zu 30 Milliarden Dollar kosten. Der russische Umweltminister Dimitri Uschnowska sagte: „Auch wenn der Aralsee kein Teil von Russland ist, sind wir durch unsere Politik in der Sowjetunion zu diesem Handeln verpflichtet.“
Mehr auf der Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee
27.09.2007. 10:27